Sensation beim Tabellenzweiten – BSV Kessin schlägt den FSV Kritzmow II
„Weeßte, ick hab ne Tochter, ick will mit der uffn Spielplatz und allet. Deswegen will ick mich heute schonen und mir nicht wieder die Knochen kaputttreten lassen“. Diese löblichen und reflektierten Worte fand der Familienmensch Kolbsen vor dem Spiel. Aufgrund einer Knieblessur war sein Einsatz fraglich. Ob sein Plan aufging, verraten die kommenden Zeilen…
Area 51. Atlantis. Das Bernsteinzimmer. Alkoholfreies Bier. Die Welt ist voller Mythen, die der gemeine Mensch kaum zu erklären vermag. In jene Riege reiht sich auch der Auswärtssieg unserer tapferen Mannen in Kritzmow ein. Besonders, wenn man nur die erste viertel Stunde sah. Der FSV untermauerte eindrucksvoll seine Aufstiegsambitionen und führte uns regelrecht vor. Mit gut und gerne 96% Ballbesitz setzten uns die Hausherren gehörig unter Druck. Diesem Druck konnten wir 13 Minuten standhalten, ehe Kritzmows Jannik Krasemann die hochverdiente Führung für die Gastgeber besorgte. Ein wenig fehlte allen die Fantasie, wie das hier zu bewerkstelligen sein sollte. 3 Minuten später gab es eine erste, eloquent vorgetragene Idee: „Jetzt so ein Scheißekeldreckskackstandardtor wäre super“, entfuhr es Julian im Eifer des Gefechts. Besonders Timbo fand diesen Vorschlag brauchbar. Über Umwege landete ein Eckball bei ihm, den er kompromisslos zum Ausgleich nutzte (16.). So weit so gut…
Die Elf von Coach Oesterle konnte sich langsam stabilisieren, dennoch wirbelten Kritzmows junge Dachse unsere Ordnung immer wieder kräftig durcheinander. Was könnte nach einem Standard also die nächstbeste Variante eines Außenseiters sein, um ein Tor zu erzielen? Richtig, ein Konter! Einen Sahnepass von Lukas nahm Maus in Empfang, zündete den Turbo und hob den Ball mit dem sanftesten Vollspannstoß, den diese Welt je gesehen hat, über den Keeper ins Netz. Kein Abseits? Na gut, wer würde dem Schiedsrichter widersprechen wollen. 2:1 Führung, rätselhaft, aber geil! Kurz vor der Pause wäre um ein Haar noch die Doppelmaus erschienen, der Kritzmower Schlussmann vereitelte dies jedoch. Mit einem 2:1 ging es also in die Kabinen.
Wer nun dachte, dass sich der Ballbesitz unsererseits kaum noch reduzieren ließe, sollte im zweiten Durchgang sein blaues Wunder erleben. Balleroberung, lang rausdreschen. Balleroberung, lang rausdreschen. Balleroberung, lang rausdreschen. Man könnte den Spielbericht an dieser Stelle sicher noch ein wenig mit Details würzen, aber die Quintessenz ist eben jene: Balleroberung, lang rausdreschen, Spielaufbau Kritzmow. Wegverteidigt bekamen wir alles. Um auch jedermanns Leistungspotenzial vollumfänglich abrufen zu können, sprach Jatschi nach 65 Minuten der Bank sogar ein Rauchverbot aus (SKANDAL!). Es sollte aber helfen, die Zeit verging zwar quälend langsam, aber sie verging. Kurz vor Schluss dezimierten sich die Hausherren noch einmal selbst und mussten nach einem Platzverweis zu zehnt weitermachen. Und unsere größte Waffe hatten wir ja noch gar nicht genutzt…
„Kolbsen, mach dich noch mal warm“, kommandierte Coach Oesterle gedankenschnell nach 90 Minuten. Kolbsen, allzeit bereit, ersetzte kurz darauf Böller, um nochmal Zeit von der Uhr zu nehmen. Um den Wahnsinn perfekt zu machen wurde ihm selbstverständlich der Ball pfannenfertig kurz vor der Mittellinie serviert, er lief mutterseelenallein auf den aufgerückten Torwart zu und schob den Ball kompromisslos an ihm vorbei. Unter tosendem Jubel trudelte das Spielgerät zum 3:1 in die Maschen. In seinem zweiminütigen Einsatz fand Kolbsen auch noch die Zeit für eine gelbe Karte, was für ein Arbeitstag! Uffn Spielplatz ging es für Kolbsen im Anschluss nicht. Ins Ostseestadion sehr wohl. Er hatte es sich verdient. Somit gehen drei Punkte, die nicht unbedingt eingeplant waren auf das Kessiner Konto. Geil, geil, geil, wir sind die Größten! Wir danken allen Auswärtsfahrern und sehen uns wieder!
Für den BSV im Einsatz
Nils Kröner, Tom Haß, Toni Linda, Felix Jannott, Tom Hutfilz – Maus Pfitzmann, Jan Tschirner, Lukas Manski, Tim Knispel (69. Til Möhwald), Fiete Oesterle – Tim Hageböller (90. Felix Kolbe)
Torfolge
1:0 Jannik Krasemann (13.)
1:1 Tim Knispel (16.)
1:2 Maus Pfitzmaus (27.)
1:3 Felix Kolbe (90.)

































































